2015년 5월 10일 일요일

Goethe und Werther 21

Goethe und Werther 21


Goethe an Hans.
 
 
Hier ist ein guter Freund von mir, ich wäre gern mitgekommen lieber
Hans, aber das will nicht gehn. Wenn ihr mich lieb behaltet, so hoff
ich doch einmal zu erleben, dass ich euch wieder sehe. Was er an Hr.
Plitt thut will ich für mich annehmen. Bring er ihn zu Brandts, und
grüs er die Schwestern denen der junge Mann auch ohne mein Empfel
wohlgefallen wird. Meine Buben sollen mich lieb behalten. Ich schick
ihnen was aus der Mess. Sophie und Annel haben mich hoff ich nicht
vergessen. Sey er immer brav. Die ~Franckf. Zeitungen~ kauff er
sich nicht, er kann sie zu nichts brauchen. Wenn ich ein gut Buch für
ihn finde schicke ichs ihm. Adieu und vergiss er nicht zu schreiben.
 
Goethe.
 
 
90.
 
Goethe an Hans.
 
 
Lieber Hans bitt er Anngen um Verzeihung dass ich nicht ihr meine
Comission ausgerichet. Hr. Schmidt kann keine Muster geben, aber Stücke
will er einige schicken. Nun soll Anngen so gut seyn und schreiben was
für Farben und Art sie verlangen, so will ichs besorgen.
 
Noch eine Comission: bey Hr. v. Falck hab ich 9 fl. zu gut, hohl er sie
doch ab und schick er sie mit der fahrenden Post.
 
Grüß er das ganze Haus. Msll Dorthel -- er weis wohl -- und Lengen. Und
was Lotte schreibt und schickt mögt ich gern hören.
 
G.
 
 
91.
 
Goethe an Hans.
 
 
Lieber Hans ich habe seinen letzten Brief unglücklicher Weise verlegt,
also muss ich ihn bitten: mir Anngens und Carlingens Comission noch
einmal zu melden, was sie für Farben haben wollen. Grüs er alles. Adieu.
 
G.
 
 
92.
 
Goethe an Hans.
 
 
Lieber Hans es ist da wieder ein Anstos an der Comission. Er schreibt
mir ich soll Anngen von beyliegendem Stückgen 3/4 Ellen schicken. Nun
begreiff ich nicht was sie mit drey Viertel Ellen machen will. Sollens
aber drey Ellen und ein Viertel seyn 3-1/4: so ists was anders weil
aber das ins Geld laufft und über 16 fl. käme, so hab ich noch einmal
anfragen wollen, grüs er sie alle. Und meld er mir was neues mit
 
G.
 
 
93.
 
Goethe an Hans.
 
 
Da schick ich lieber Hans indessen was für die Kleinen, theil er
die Rosinen Feigen und Bilder unter sie, und das Buch mögen sie in
Gemeinschaft haben, es kommt vom Hr. Kestner.
 
Behaltet mich lieb. Grüsse den Papa die Schwestern und Brandts. Adieu.
 
G.
 
 
94.
 
Goethe an Hans.
 
 
Hier schick ich Ihm, lieber Hans, ein _praemium virtutis et
diligentiae_ zum neuen Jahr. Und dass er sieht was wir Franckfurter
für Leute sind, auch einen neuen ~Heller~.
 
Grüs er mir alle liebe Leute und behalte er mich lieb.
 
G.
 
 
95.
 
Goethe an Hans.
 
 
Bestell er mir den Brief richtig und bald. Seiner ist auch bestellt.
Wünsche Alberten und Ernst gute Besserung. Empfehl er mich dem Papa,
grüss er die Schwestern und Lengen und Dorthel und schreib er mir
manchmal.
 
Goethe.
 
 
96.
 
Goethe an Lotte.
 
 
(1773 oder 1774.)
 
Liebe Lotte, es fällt mir den Augenblick so ein, dass ich lang einen
Brief von dir habe, auf den ich nicht antwortete. Das macht du bist
diese ganze Zeit, vielleicht mehr als jemals _in, cum et sub_
(lass dir das von deinem gnädigen Herrn erklären) mit mir gewesen. Ich
lasse es dir ehstens drucken -- Es wird gut meine Beste. Denn ist mirs
nicht wohl wenn ich an euch dencke?
 
Ich bin immer der Alte, und deine Silhouette ist noch in meiner Stube
angesteckt, und ich borge die Nadeln davon wie vor Alters. Dass ich ein
Tohr binn, daran zweifelst du nicht, und ich schäme mich mehr zu sagen.
Denn wenn du nicht fühlst dass ich dich liebe, warum lieb ich dich? --!
 
Goethe.
 
 
97.
 
Goethe an Kestner.
 
 
(Märtz 1774.)
 
Auf einen Brief vom 1^{ten} Weynachtstage erst den 13 Februar Antwort
zu haben, ist nicht schön. Künftig, Kestner, schick mir deine Briefe
mit der Post. Und schreib öfter, sonst wend ich mich an Lotten dass die
mir schreibt.
 
Die Max La Roche ist hierher verheurathet, und das macht einem das
Leben noch erträglich, wenn anders dran etwas erträglich zu machen ist.
Wie offt ich bey euch binn, heisst das in Zeiten der Vergangenheit,
werdet ihr vielleicht ehestens ein Document zu Gesichte kriegen. Und
wenn ihr nicht oft schreibt, und wenns häusliche Kleinigkeiten wären.
Ihr wisst dass mir daran am meisten gelegen ist.
 
Der Jakobi hat Lotten in sofern Gerechtigkeit wiederfahren lassen. Er
hat eine sehr vorteilhafte Schilderung von ihr gemacht, und wie man mir
es schrieb, so wusst ich warrlich nicht dass das all an ihr war, denn
ich hab sie viel zu lieb von jeher gehabt, um auf sie so acht zu haben.
Die ~Iris~ ist eine kindische Entreprise, und soll ihm verziehen
werden, weil er Geld dabey zu schneiden denckt. Eigentlich wollen die
Jackerls den Merkur miniren, seit sie sich mit Wieland überworfen haben.
 
Was die Kerls von mir dencken ist mir einerley. Ehedessen haben sie auf
mich geschimpft wie auf einen Hundejungen, und nun müssen sie fühlen,
dass man ein braver Kerl seyn kann ohne sie iust leiden zu können. Dass
Lotte in der Reihe der Protectrices steht, kleidet sie gut zu Gesichte.
 
Von meinen Wünschen und Hoffnungen zu euch zu kommen mag ich nichts
reden. Mir gehts wie euch -- und also wollen wirs unterdessen auf sich
beruhen lassen.
 
Dass ihr Herdern nicht näher gesehn habt, ist doch fatal. War er denn
alleinn? Oder sein Weib mit? Ich binn wohl fleissich, und meine Lebens
Wirthschaft ist immer die alte. Wenn ich manchmal deine alten Briefe
ansehe, erstaun ich, dass ich nach so mancherley Veränderungen noch
derselbe binn. Und möchte das auch von euch hören. Desswegen schreibt
mir öffter und bittet Lotten, dass sie mir nur manchmal ein Wörtchen
schreibt, wenns ihr ums Herz ist. Das könnte sie wohl thun. Sie soll
mir die Pestel grüssen, das muss auch ein braves Weib seyn.
 
Die Kunckel hat dem Magistr. viel Schererey gemacht. Sie sas in
Strasburg. Der dortige Magistrat wollte sie nicht ausliefern, und da
der Kurfürst sich an den König gewendet, ist sie auf und davon in die
Schweiz. Das sind die neusten und noch zur Zeit geheimen Nachrichten.
 
Dass wir sehr Kayserlich sind, ist kein Wunder, da wir des Kaysers sind.
 
Adieu. Lasst bald wieder was hören. Ich binn der Alte, von Ewigkeit zu
Ewigkeit Amen.
 
G.
 
 
98.
 
Goethe an Kestner.
 
 
(May 1774.)
 
Ist mir auch wieder eine Sorge vom Hals. Küsst mir den Buben, und
die ewige Lotte. Sagt ihr ich kann mir sie nicht als Wöchnerinn
vorstellen. Das ist nun unmöglich. Ich seh sie immer noch wie ich sie
verlassen habe, (daher ich auch weder dich als Ehmann kenne, noch
irgend ein ander Verhältniss als das alte, -- und sodann bey einer
gewissen Gelegenheit, fremde Leidenschaften aufgeflickt und ausgeführt
habe, daran ich euch warne, euch nicht zu stosen) Ich bitte dich
lass das eingeschlossene Radotage biss auf weiteres liegen, die Zeit
wirds erklären. Habt mich lieb, wie ich euch, so hat die Welt keine vollkommenere Freunde.

댓글 없음: